Hintergrund zum Film

„Was ist für Sie Bedingungslosigkeit?“ Mit dieser Frage überraschten wir im Mai diesen Jahres 40 Menschen jeden Alters und Geschlechts, verschiedener Herkunft und aus allen sozialen Schichten auf den Straßen Zürichs, Genfs, Tessins oder in den Bergen Graubündens. Anlass unseres Filmprojekts war die Initiative „Für ein bedingungsloses Grundeinkommen“, über das am 5. Juni die Schweizer Bürger in einer Volksabstimmung befinden.

Was also ist Bedingungslosigkeit? Bedingungslose Liebe – wie die von Gott, bedingungsloser Gehorsam, die Freiheit von Existenznöten wie beim bedingungslosen Grundeinkommen? Die vom Therapeuten empfohlene bedingungslose Selbstliebe? Oder ist so einfach, wie Griechenlands ehemaliger Finanzminister Janis Varoufakis es im Interview formulierte: „Nur mein Hund liebt mich bedingungslos“!

Die deutsche Sprache schenkt uns zahlreiche Synonyme, sucht man nach „bedingungslos“. Die Varianten reichen von uneingeschränkt, vorbehaltlos, ohne Vorbedingung, ohne Wenn und Aber, rückhaltlos... Das verweist schnell auf die Dimensionen, die unsere durchaus philosophisch gemeinte Frage erreicht. Plötzlich stehen Themen wie Leben, Sinn, Existenz und Freiheit im Raum, fragten sich viele: Warum leben wir und was wollen wir hier?

Die Antworten sind am Ende so verschieden, wie die Menschen, die wir befragten. Der anfänglichen Verblüffung und Überraschung im Teil 1 unseres Filmes - Wow! Ja, aha! Ähm! - folgen in der Fortsetzung (demnächst ebenfalls hier anzuschauen) vielschichtige und lang erdachte Antworten, die uns erstaunten, erfreuten und zum Nachdenken anregten.

Bewegend für uns als Künstler und Filme-Macher: Offensichtlich haben wir viele Menschen dazu gebracht, erstmals oder seit langem wieder über sich selbst und den Sinn des Lebens nachzudenken. Klarheit zu erlangen über das, was wichtig ist oder auch nicht. Nicht selten verabschiedeten wir uns von unseren Interviewpartnern als Freund.